Graf von Pückler und Limpur’sche Wohltätigkeitsstiftung Gaildorf
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Aktuelles & Presse

28.11.2011
Begeisterung bei der Uraufführung der Waldfantasie
Das Südwestdeutsche kammerorchester Pforzheim in Schwäbisch Gmünd (Bild: A.Herrmann)
Die Uraufführung der sinfonischen Dichtungen über den weiterweg am Ersten Advent im Schönblick-Forum Schwäbisch Gmünd waren ein voller Erfolg. Über 500 Konzertbesucher erlebten ein grandioses Orchester und einen unvergesslichen Abend. Nachfolgend die Eröffnungsrede zur Uraufführung von Stiftungsgeschäftsführer Matthias Rebel:
"Meine sehr geehrten Damen und Herren,
das eben gehörte Siegfried-Idyll hängt nicht nur mit Richard Wagners Sohn zusammen, sondern auch mit Wagners Musikdrama Siegfried, das den dritten Teil des „Rings des Nibelungen“ bildet. Siegfried ist eine der Hauptfiguren in der Nibelungen-Sage.
Eine sicher weniger bekannte Figur dieser alten Geschichte ist der Markgraf Rüdiger von Bechelaren. Der Name seiner Nachkommen verwandelte sich über die Jahrhunderte nach und nach von Bechlarn, Pöchlarn, Poklar, Pokeler, Pökler in Pückler und seit 1468 blieb es dann bei diesem Namen.
Gestern vor 54 Jahren starb der letzte Graf von Pückler-Limpurg.
6 Jahre zuvor eröffnete er die erste Sitzung seiner neu gegründeten Graf von Pückler und Limpurgschen Wohltätigkeitsstiftung.
Deshalb feiern wir in diesem Jahr unser 60-jähriges Stiftungsjubiläum.
Wir sind eine Stiftung, deren bedeutendster Vermögensanteil aus Wald besteht.
Seit dem Jahr 1740 bewirtschaften die Grafen Pückler Wald im Limpurger Land. 
Wir haben diesen Wald geerbt.
Und vor wenigen Jahren ist unser Stiftungsrat auf die Idee gekommen, den Wald nicht nur zu bewirtschaften, sondern dort auch einen Natur- und Besinnungspfad anzulegen.
So entstand der „weiterweg“. Ich freue mich, dass heute Abend nahezu alle Erbauer und Förderer des „weiterwegs“ anwesend sind, allen voran Martin Burchard, Künstler und Erfinder der Weg-Stationen.
Auch Bernhard Drixler, Geschäftsführer des Naturparks Schwäbisch Fränkischer Wald, ist heute Abend da.
Er hat den Komponisten Günther Kasseckert und mich im Juli vergangenen Jahres auf dem weiterweg zusammengebracht.
Am Anfang stand die Idee einer Sinfonie zum internationalen Jahr der Wälder.
Nach vielen spannenden und intensiven Begegnungen erwuchsen aus dieser Idee Texte, Bilder und sinfonische Dichtungen über das Naturerlebnis Wald im Allgemeinen und den „weiterweg“ im Besonderen.
Jede und Jeder der Beteiligten hat etwas in die Waagschale des Entstehens geworfen.
Günther Kasseckert beschreibt seinen Schaffensprozess so: „Ich habe mich in meine eigene musikalische Welt des Waldes und des „weiterwegs“ hinein vertieft. Erst aus der Improvisation, dann immer mehr durch klangliche Strukturierung entstanden auf dem Klavier musikalische Edelsteine, die von Kuno Schmid -dem Arrangeur- wie von einem Juwelier geschliffen und in eine orchestrale Form gebracht wurden.“
Persönliche Anmerkung von mir:
Als ehemaliger Schüler der Jazzposaune habe ich mich total gefreut, dass mit Kuno Schmid ein exzellenter Vollblut-Jazz-Komponist und Pianist Hand angelegt hat und der Komposition einen unverwechselbaren Schliff verpasst hat.
Kuno Schmid, 1996 Gema-Komponisten-Preis, 2006 Annie Award und 2009 Grammy Zertifikation, verliehen in Hollywood, heute Abend hier in Schwäbisch Gmünd.
Aber auch für den hauptberuflichen Psychotherapeuten Günther Kasseckert ist diese Komposition kein Debut: im Jahr 2000 Mensch&Natur, 2004 Öhringer Klang-Garten, 2006 Willkommenslied für die australische Fußballnationalelf, 2008 „Innere Bilder“ (Klavier mit Orchesterarrangement von Kuno Schmid), 2009 das Musikkabarett „Sigmunds Freud am Blues“ und 2010 „Four Elements in Island“, wieder Klavier mit Orchesterarrangement von Kuno Schmid.
Meine Damen und Herren,
heute Abend wird nicht nur Musik erklingen.
Unser Prinzip des Weiterwegs lautet: Es gibt nicht nur das eigentliche Kunstobjekt,
es gehören auch Texte dazu, die das Thema aufgreifen und auf zweierlei Art und Weise erläutern: Zum Einen lebensweisheitlich-philosophisch zum Anderen biblisch-christlich. So haben wir es auch mit der Waldfantasie gehalten.
Für den christlichen Part der Texte war ich zuständig und traf dabei mit Jo und Günther Kasseckert auf zwei liebenswürdige Glaubens-Skeptiker. Die Texte sind das Ergebnis intensiver Begegnungen und Gespräche.
Jo, mit ihrer teilweise fernöstlich geprägten Sicht, Günther, der psychologisch -wissenschaftlich argumentierende Romantiker und ich, der manchmal in eine kanaanäisch-frömmelnde Sprache abgleitende überzeugte Christ.
Trotz dieser manchmal widersprüchlichen Ansätze ist das Ergebnis für uns alle zu einer Herzensangelegenheit geworden und wird heute Abend zwischen den musikalischen Stationen auch von einer Frau mit Herz vorgetragen.
Der ausgebildeten Schauspielerin Miriam Brenner. Sie bringt in ihrem Berufsalltag als Klinik-Clown auf der Kinder-Krebsstation das Lachen in eine Welt, wo vielen zum Weinen zumute ist.
Eigentlich wollten wir die Waldfantasie ja im Freien auf dem Weiterweg aufführen.
Doch im Frühsommer dieses Jahres erkannten wir, dass uns der Aufwand und das Risiko doch eher überfordern würden.
So hatten wir weder einen Termin, einen Ort, noch ein Orchester für die Aufführung.
Doch alles hat sich auf wunderbare Art und Weise gelöst.
Wir haben mit dem Schönblick-Forum des christlichen Gästezentrums Württemberg den besten Rahmen, den man sich für solch ein Konzert vorstellen kann,
und wir haben mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Johannes Klumpp heute Abend einen Klangkörper allererster Güte.
Danke, dass alles so gut geworden ist.
Danke auch an den Stiftungsrat, der bereit war, sich auf dieses Experiment einzulassen und die Waldfantasie zu finanzieren.
Meine Damen und Herren,
wir feiern heute den Ersten Advent. Im Advent denken Christen an die nahende Ankunft ihres Erlösers, sie denken an Jesus Christus. Von ihm wird gleich noch mehr die Rede sein. Insofern ist die Waldfantasie unter den gegebenen Umständen auch eine Art Adventsmusik. Advent heißt Ankunft. Wir wünschen uns, dass die Musik und die Botschaft unserer Uraufführung bei Ihnen gut ankommen. Vielen Dank."
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11.11.2011
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