HOLZHEIZWERK

AUSGANGSSITUATION

Der Sturm Lothar hat Ende des Jahres 1999 auch im Wald der Graf von Pückler und Limpurg’schen Wohltätigkeitsstiftung riesige Schäden angerichtet. Durch den Sturm entstanden große Mengen von Holzresten, die wirtschaftlich nicht mehr verwertbar sind. Der Käferbefall des Holzes, der nach Stürmen in verstärktem Maße befürchtet werden muss, führt zu weiteren Mengen nicht verwertbaren Holzes.

Durch die klimatische Veränderung unserer Erde ist auch in Zukunft mit Stürmen zu rechnen. Das bedeutet, dass die Menge an Holz, das nicht für wirtschaftliche Zwecke verkauft werden kann, zunehmen wird. Diese Mengen an Holzresten könnten eigentlich zur Energiegewinnung genutzt werden, wenn man entsprechende Anlagen dafür zur Verfügung hat.

Ein Bedarf an Energie besteht in den Einrichtungen des Graf-Pückler-Heim e.V.. Die Einrichtungen des Graf-Pückler-Heim e.V. und die Verwaltung der Graf von Pückler und Limpurg’schen Wohltätigkeitsstiftung bestehen aus folgenden Gebäuden:

  • Therapiegebäude mit Bewegungsbad, Gymnastikraum, Büros der Sozialstation und 2 Wohnungen

  • Oberrentamt (Verwaltung der Stiftung und Wohnung)

  • Einfamilienwohnhaus

 

Der Wärmebedarf sämtlicher Gebäude beträgt ca. 800 KW und der Jahresverbrauch beträgt 2,1 Millionen Kilowattstunden. Dies entspricht 250.000 Liter Heizöl pro Jahr. Als Brennstoff wurde bisher Erdgas und Heizöl eingesetzt.

Aufgrund des großen Waldbesitzes der Graf-Pückler-Stiftung wurde im Jahre 2002 die Einsatzmöglichkeit einer Holzhackschnitzel-Heizanlage bezüglich technischer Realisierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltbilanz untersucht. Der Graf-Pückler-Heim e.V. entschied sich schließlich für den Bau des Holzheizwerks.

Holzheizwerk

BETRIEB DER ANLAGE

Die Anlage wird nur im Winterhalbjahr betrieben, da der Holzkessel nur bei vollastigem Betrieb einen optimalen Wirkungsgrad bei gleichzeitiger minimaler Umweltbelastung aufweist. Der Holzkessel hat eine Wärmeleistung von 400 kW und deckt ca. 75% der benötigten Wärmemenge des gesamten Jahres ab. Der restliche Wärmebedarf wird mit der thermischen Leistung des vorhandenen BHKWs (17%) und den beiden vorhandenen Gas/Öl-Heizkesseln (8%) abgedeckt.

Die Anlieferung der Hackschnitzel erfolgt mit dem LKW oder mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Neben der Verwendung von Holzhackschnitzeln aus dem Stiftungswald wurde am Anfang auch auf Holzhackschnitzel aus dem Sägewerk zurückgegriffen. Seit dem Jahr 2006 wird die Anlage ausschließlich mit Holzhackschnitzeln aus dem eigenen Wald betrieben.

Das Fassungsvermögen des Silos (100m3) reicht für 6 Tage heizen bei Vollast. Die anfallende Asche kann zum größten Teil in der Land- und Forstwirtschaft ausgebracht werden.

Nach ersten Auswertungen des Jahres 2002 war der Bezugspreis für die Holzhackschnitzel um rund 40% günstiger als der vergleichbare Bezugspreis von Erdgas und Öl. Im Laufe der Jahre stiegen auch die Rohstoffpreise für Holzhackschnitzel.
Dennoch ergibt sich Jahr für Jahr eine deutliche Einsparung von 20-30% im Vergleich zu fossilen Brennstoffen.