Seit der Heirat von Christian Wilhelm Carl von Pückler im Jahre 1737 mit Caroline Christiane Gräfin zu Löwenstein-Wertheim, einer Enkelin des Schenken Vollrat von Limpurg-Sontheim, dem letzten männlichen Vertreter der Limpurger, ist das Geschlecht der Pückler mit dem Geschlecht der Schenken von Limpurg verbunden.
Ein Schenke war im Mittelalter Teil des königlichen Hofstaates. Die Könige wurden von Schenk und Truchseß, Marschall und Kämmerer begleitet. Nach den Regeln des Hofzeremoniells bediente der Schenke den Herrscher und dessen Gäste bei der Tafel und hatte die Oberaufsicht über den königlichen Tisch und den Keller. Der Schenke musste deshalb jemand sein, dem der Herrscher uneingeschränkt vertrauen konnte und sich immer in seiner engsten Umgebung aufhielt. Bei der Wahl der Schenken achtete der Herrscher auch sehr auf ein besonders einnehmendes Wesen und gutes Aussehen, „damit der Trunk desto besser munde“. Im Alltag bildete der Hof die Regierung. Die Mitglieder des Hofs berieten den Herrscher und führten in dessen Namen Aufträge aus.
Der im Jahre 1230 erste urkundlich erwähnte Schenk von Limpurg war Walter I. von Limpurg, der im Gefolge des jungen Königs Heinrich VII. erwähnt wird. Heinrich der VII. war der Sohn des berühmten Stauferkaisers Friedrich II.
Im Jahre 1356 ließ Kaiser Karl IV. in der Goldenen Bulle sämtliche Ämter unter den Kurfürsten aufteilen. Der König von Böhmen erhielt das Erzmundschenkenamt und die Schenken von Limpurg wurden als dessen Stellvertreter festgelegt. Da in folgenden Jahrhunderten der König von Böhmen immer wieder selbst zum Kaiser gewählt wurde, übten die Limpurger dann den Schenkendienst bei Krönungsfeierlichkeiten aus.
Als „handfestes Andenken“ erhielt im Jahre 1564 Schenk Christof III. den Schenkenbecher von Kaiser Maximilian II. überlassen, nachdem dieser bei der Krönung des Kaisers in Frankfurt den zeremoniellen Schenkendienst ausgeübt hatte. Der Pokal ist heute im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart zu besichtigen.
Am 19. August 1713 starb mit dem Tod des Schenken Vollrat von Limpurg-Sontheim der „Mannesstamm“ der Limpurger aus. Zwischen 10 Erbtöchtern begann ein Streit um das Erbe, in den sich auch der König von Preußen mit der Entsendung von Truppen einmischte. Der Erbstreit wurde schließlich gerichtlich gelöst.





